Vietor (Bender), Johannes: von Herborn; immatr. 1565 Marburg, vor 1575 Kaplan zu Esten (Holzappel), bis 1575 Kaplan zu Dausenau; 1575 – nach 1613 Pfarrer zu Frücht; kam kurz vor 1615 ins Hospital Clarenthal bei Wiesbaden (nach der Pfarrerliste von H. Gensicke in Frese/Schaback: Frücht, S. 57)
oo N. N.: Gensicke nennt in der Pfarrerliste eine Katharina, die + 27.11.1620 Frücht, im Kindbett, und Ehefrau eines Johannes Bender war, der Todeseintrag gibt allerdings keinen Hinweis, dass sie Frau eines Pfarrers war; es scheint hier ein zweiter Johannes Bender vorzuliegen (s. u. Bender)
Nr. | Vorname (normiert) | * | gt. | konf. | + | bg. | Alter | Stand |
1 | Dönges | verh. |
Kind Nr. 1) oo vor 1625 mit N. N.
Weitere Belege: Gerichtsbuch Frücht
[1] Sitzung vom 20.01.1618: Witwe Katharina von der Leyen geb. Schilling von Niederlahnstein gegen Johannes Vietor, gewesener Pfarrherr zu Frücht, wegen Vernachlässigung der Pfarrgebäude
Herr Henricus Randenradt alß Anwald der woledlen vnnd tugentreichen Frawen Catharinen, Wittiben von der Leyhen geborner Schillingen von Niderlanstein erscheint vor einem erbaren Gericht alß Clager in namen jetztgesagter Frawen gegen vnnd wider Ehrn Johannem Vietorem, gewesenen Pfarrh[er]r zue Frucht, alß Beklagten vnnd sagt, weil Beklagter die Pfarrbäw nit inn wesentlichem Baw gehalten, sondern dieselbe verwustet vnnd verfallen laßen vnd dardurch Clagerin ein erschrecklicher Schaden zugewachsen sej, allso daß Clegerin einen andern … vnnd Bäw ertauschen mußen, alß pittet Anwalt inn Namen gem[e]l[te]r Fraw Wittiben mit Recht zu sprechen vnd zu erkennen [fol. 9r] vnnd den Beklagten mit Recht zu condemniren vnnd anzuhalten, den angewenden Schaden Clegerin zu erstatten, dergleichen mit Widerkehrung Kostens vnnd Schadens derhalb erlitten vnd pitt solches in der allerbesten Form, Weis vnnd Gestalt, so solches von Recht oder Gewonheit wegen geschehen soll, kann oder mag, mit Rechts zu verhelffen, vnd will hiemit alle Notturfft des Rechten furbehalten haben.
[2] Sitzung vom 25.02.1618: Witwe Katharina von der Leyen geb. Schilling von Niederlahnstein gegen Johannes Vietor, gewesener Pfarrherr zu Frücht, wegen Vernachlässigung der Pfarrgebäude
Der woledlen Frawen Wittiben von der Leyhen, dieser als Colectricen der Pfarrkirchen abgeordneter Keller vnd Diener alß Clegerin gegen nechst abgestandenen Pfarrherr Ehrn Johannem Vietorem, thut wiederholen die am nechsten Gerichtstage eingewente Clage. Vnd dieweil dabej Erstattung alles deßelben wegen Verwustung des Pfarrhoffs allhier seiner gebietenden Frawen Kosten vnnd Schaden begehret worden, so thut Anwald nachmalß an solcher Clage mit zierlicher Protestation inseriren. Wann dann gegenwartige Sache allergestalt privilegiret, sintemal dieselbige den Pfarrhof dieses Orts alß ein geistlich Gut beruhren thut vnnd vngezweifelt jederzeit gem[e]l[te]r Pfarrhof der Beklagte, ob schon keine Interpellation geschehen ist, sölle fleißig gehandhabt vnnd täthig vnnd fähig gehalten sein worden, wie im Gleichen recht ist, daß ein jeder, welcher einen Schaden verursachet, denselben bestergestalt zu erstatten schuldig sej vnnd dann geklagter Schad mehr dann Notari vnd menniglich bewust ist, alß pitt nachmalß, wie gebetten worden, den Beklagten zu Erstattung alleß seiner gebietenden Frawen zeithero vnnd sonsten beklagter Sachen halben zugefugten Schadens una cum expensis & Interesse zu verdammen, vnnd dieser privilegirten Sachen nunmehr großgunstig abzuhelffen vnnd sonsten darinnen zu erkennen, wie dann ein erbar Gericht bestergestalt rechtens mögte gebetten vnnd angeruffen werden.
Jost Bender von Herborn alß Anwalt Ehrn Johann Vietoris, Beklagten, entschuldiget sich durch Schreiben an den H[er]rn Oberamptmann vnnd Obrigkeit dieses Orts, daß er wegen Leibsschwacheit vnnd seines tragenden Burgermeister Ampts, darinnen er teglich bemuhet, vf dieses Mal nit hab erscheinen können. Bittet derowegen in Erwegung dieses in Gedult zu stehen [fol. 9v] biß auf nechsten Gerichtstag nach Ostern, will er sich gebuhrlich einstellen, auch keinen Vfschub oder Ausflucht mehr einwenden vnnd Rechtens erwarten.
Abgeordneter Keller vnnd Diener thut sein voriges Angeben hirinn widerholen, auch des Beklagten vngehorsamlich Auspleiben accsuirt haben, protesirt allso der verursachtlichen Kosten vnnd Schaden. Vnnd weil des Beklagtens Anwalt keiner Vollmacht gestendig ist, sondern aus deßen Angeben der Sachen vnnötige Weiterung gespuhret wird, so pitt am fleißigsten, deßen Angeben vneracht in gegenwertiger privilegirter vnnd der gantzen gnugsamer erkundigter Sachen erkennen wie recht.
Weil Beklagtes Anwalt von Herborn wegen Leibesschwacheit vnnd Herrngeschäfften sich entschuldiget, diesen Gerichtstag nit beywohnen können vnd nach Ostern am bestimpten Gerichtstag rechtens zu erwarten, alß kann ein erbar Gericht hieruber weiters nichts vrtheilen. Soll aber Anwalt wegen der woledlen Frawen freystehen, nach den Ostern vf ihren Kosten einen Gerichtstag anzustellen zur Abhelfung der Sachen. Soll geschehen, was recht ist.
Anwalt der Fraw Clegerin thut den Bescheidt so viel als zum Besten annehmen vnnd beklagt sich wegen der Ohncösten vnnd wird der Gerichtstag gesetzt vnnd bestimpt den 3 Dienstag nach Ostern.
[3] Sitzung vom 22.04.1618: Witwe Katharina von der Leyen geb. Schilling von Niederlahnstein gegen Johannes Vietor, gewesener Pfarrherr zu Frücht, wegen Vernachlässigung der Pfarrgebäude
Connrad Fachbach pringt fur im Namen der Frawen Clegerin vnnd deren Anwalt (welcher diesen Gerichtstag Vrsachen halben nit erscheinen können), dieweil vor Jahren ein Verbott des abgestandenen Pfarrhers Ehr Johann Vietoris zu Fruchten Behaußung geschehen, wegen Verwustung vnnd Verfallung des Pfarrhoffs daselbsten, auch Fraw Clegerin Anwalt vnd Hoffman 3 Gerichtstag nacheinander erschienen, ihre Clage gegen Beklagtens Anwalt zu Herborn gethan, Beklagter auch schrifftlichen verheischen, den dermaligen denominirten Gerichtstag, den 3 Dienstag nach Ostern sich einzustellen, vnd aber dermalß wie vor vngehorsamlich außplieben, alß pitt Conrad Fachbach in Namen vnd von wegen der Fraw Clegerin, daß Beklagter zu Erstattung des verfallenen Pfarrhofs vnd alles Vf- [fol. 10r] -gelauffenen Ohncostens vnnd Schadens, so ergangen, mit Recht zu condemniren vnnd zu verdammen sey.
Weilen Beklagten Anwalt in der Ferne geseßen vnd vielleicht Amptsgescheffts halben vf ernenten Gerichtstag nit erscheinen können, alß soll vorgebrachte Clage Beklagten schrifftlichen zugestellet vnd innerhalb Monats Frist zugeschrieben werden. Was dann Beklagter einpringen wird vnnd erkant wurde, daß er ohngehorsamlich außplieben, soll solches der Clegerin Anwalden zu wißen gemacht werden. Darauf ferner geschehen soll, was recht ist.
Fraw Clegerin Anwalt pleibet bey geschehenem Verbott, so vf Beklagten Behaußung vor Jahren geschehen, keinem andern daßelbe einzuraumen, biß zu Endung dieser anhengigen Rechtshandelung.
[4] Sitzung vom 03.02.1619: Witwe Katharina von der Leyen geb. Schilling von Niederlahnstein gegen Johannes Vietor, gewesener Pfarrherr zu Frücht, wegen Vernachlässigung der Pfarrgebäude
Auf eingegebene schrifftliche Replicæ Herrn Henrici Randenrads alß angesetzter Anwalt der woledlen vnnd tugentreichen Fraw Wittiben von der Leyhen erkänt der Scheffen, weil das Gericht nicht völlig ersetzt, daß die angefangene inn Recht schwebende Sach zwischen Clegerin vnd Beklagten biß vf nechst einkommenden Gerichtstag zu ferneren Erörterung fortgeschoben werde.
Damalß vfgangen an Ohncosten 6 alb. 6 d.
Bender, Dönges: Sohn des Johannes Vietor, Pfarrer in Frücht
oo mit N. N.
Nr. | Vorname (normiert) | * | gt. | konf. | + | bg. | Alter | Stand |
1 | Hans Adam | 06.01.1625 | 21.03.1625 | 22.03.1625 | 0,20 |
Paten: der woledle Johan Adam … Hilgeß s[elig] hinderlaßener Sohn zue Dernbach; Johanneß Adolff Schelner [?] zu Eumbs; vnd Ehrn Anthonii [Vietoris] Haußfr[au] Margreth zue Frucht
Weitere Belege: Frücht, KB 1, Abrechnung des Pfarrers Anton Vietor mit Dönges Bender
Dönges Bender
Den 21ten Januarij a[nn]o 1619 mit ihme abgerechnet, bin ich ihme schuldig plieben 1 fl. 16 alb.
Den 4ten Martii ihn gentzlich bezahlt in Bejsein Conrad Fachbachs von Niderlanstein.
Item gab ich ihme ein par alter Hosen, verkaufft vor 1 fl. — Item hat er mir ein römisch Gesangbuch abkaufft vor 12 alb. — Item seinetwegen dem Holtzheußer geben 10 alb. — Item seinetwegen bezahlt 2 Mas Wein 6 alb. — Item ihme in meiner Stuben geben 1 fl. — welchen er des Schultheßen Knecht geben wöllen — Item von Conrads wegen 10 alb. — Item alß er zue Herborn gewesen, mir schuldig plieben 16 alb. — Item ihme ein halb Eichtel Habern gelaßen, welche er nacher Braubach getragen 6 alb. — Item des … wegen ihme … 12 alb.
Mit Döngeß den 17ten [Decem]bris a[nn]o 1620 abgerechnet, bin ich ihm schuldig plieben 3 fl. 17 ½ alb. Hievon hab ich ihn an Cloßen Micheln verwiesen mit 4 fl. 18 alb. Pleibt also Dönges mir schuldig 1 fl. 4 d. Noch vor ein halb Maß Wein ist er mir schuldig 12 d. alß wir beide mit einander gerechnet, damalß noch ½ Mas Wein … Mit ihm abgrechnet in Bejsein Johannes Holtzheußers vnd Cloßen Johanneßen hab ihn gentzlich …
Döngeß Bender hab ich einen Garten in Vogelsgaßen sampt einem Wießgen im Thal vnnd beneben einem …pusch im Weickert [?], darbej er mich aber nit handhaben kann, abgekaufft vor 30 G[ulden] gemelter Landwehrung, darvon vf Martini 1623 die erste Pension fellig ist. Vor den … Pusch sollen 3 G[ulden] abgezogen werden an der Kauffsumme.
Item hab ich ihme a[nn]o 1623 zue Niderlanstein, alß die Frucht geliefert worden, in des Junckherrn Hoff dargelegt 1 ½ Maß Wein, so damals … 4 alb. in Bejsein Emmerichs, des Glöckners, vnd Marx Meischeten vnd anderer Innwohner mehr.
Item als er den 10ten [Decem]bris a[nn]o 1623 … … … gezogen, hab ich ihme geben 1 fl.
Item hab ich meinem … geben seinetwegen 1 fl. 21 alb.
Vietor, Anton: von Bierstadt (Berstadianus Nassovius); immatr. 30.09.1598 zu Marburg, 1611 Diakon zu Strinz-Trinitatis, 1615-1631 Pfarrer zu Frücht (nach der Pfarrerliste von H. Gensicke in Frese/Schaback: Frücht, S. 57)
oo I. mit Margaretha: + 25.05.1619 Frücht, im Kindbett
Nr. | Vorname (normiert) | * | gt. | konf. | + | bg. | Alter | Stand |
1 | Christina | |||||||
2 | Margaretha | xx.xx.1605 | 26.12.1626 | 27.12.1626 | 21,50 | |||
3 | Elisabeth | 18.04.1618 | 19.04.1618 | |||||
4 | Anna Maria | 13.04.1617 | 08.05.1618 | 09.05.1618 | 1,07 |
Kind Nr. 1) Patin 17.06.1619 bei Thiel Emmerich
Kind Nr. 2) + Pest: Patin 12.09.1624 bei Konrad Zimmermann
Kind Nr. 3) + am Apostem
Kind Nr. 4) + an Pocken
Paten: zu 3) Catharina, des würdigen vnd wolgelärthen H[er]rn Jo[ann]is Mylii, Pfarrh[er]rs zu Dienenthal, Hausfraw; Dönges Dalheim, Schultheis zue Frücht; vnd Justen Hammans Tochter Maria daselbsten
oo II. mit Noll, Susanna: + 17.11.1620 Frücht, war 4 Wochen krank; Tochter des Johann Noll (Steinsches Archiv Nassau, Nr. 5812, pag. 356)
Nr. | Vorname (normiert) | * | gt. | konf. | + | bg. | Alter | Stand |
1 | Anna Agnes | 06.09.1620 | 11.03.1636 | 15,52 |
Kind Nr. 1) wohl + Braubach als „Agnes Dionysia“
Paten: der ehrnveste vnd vorachtbare Herr Johann Jung, Kellner zue Schewern; Ehrn Burckhardt Wolffen, Pastor zue Daußenaw, Haußfraw; vnd Herrn Willhelm Coloniæ Tochter, Pfarrherrs zu Nassaw
oo III. mit Margaretha: 04.01.1630 wegen Hexerei enthauptet, begraben im Pfarrgarten „obig dem Kirchhof“
Nr. | Vorname (normiert) | * | gt. | konf. | + | bg. | Alter | Stand |
1 | Hans Adam | 31.03.1622 | 11.12.1626 | 12.12.1626 | 4,70 | |||
2 | Johannes Christoffel | 29.06.1624 | 22.07.1624 | 23.07.1624 | 0,06 | |||
3 | Johannetta Elisabeth | 01.05.1625 | ||||||
4 | Hans Endres | 03.05.1627 | ||||||
5 | Hans Jakob | 18.09.1629 |
Kind Nr. 5) in der Pfarrerliste irrig + 18.10.1629
Paten: zu 1) Adam Schultheiß zue Schweickhaußen; Philips Adam H… [Hermann ?] von Naßaw; vnd Matthes Schneiders Haußfr[au] zue Frucht — zu 2) der wurdige, wolgelehrte H[err] Christoffel Werner, Pfarrh[err] zu Schweickhaußen; Johanneß … von Eumbs; vnnd Velteß Döngeßen Haußfr[au] Margreth zue Frucht — zu 3) Adam Hömberger; Arnt Schützen Haußfraw; vnd Dönges Schumachers Weib — zu 4) Johanneß Weißbecker, Burger zue Oberlanstein; Velten Schmits Sohn Endreß; vnd Applonia, Johanneß Holtzheußers Tochter zue Frucht — zu 5) der wirdige vnd wolgelährte H[err] Hanß Jacob Werner, Pfarrer zu Embs; Enderß Rincker zue Frucht; vnd Marx Meischets Haußfraw daselbsten
Weitere Belege:
Frücht, KB 1, Obligationen
[pag. 42] Die Erben des Anton Vietor schulden der Kirche 7 ½ fl. zu 9 alb. 3 d. Zinsen jährlich und setzen am 02.01.1632 die Hofstätte des verst. Anton Vietor zu Frücht als Sicherheit. Hierbei ist gewesen Arnold Schütz, Jakob Rincker und Dönges uff der Kratz als dermalige Kirchenmeister.
Schriftliche Aussage des Pfarrers Anton Vietor vom 24.07.1629 im Prozess der Grete, Witwe des Enders Thiel von Frücht (Steinsches Archiv, Nassau, Nr. 5812)
[pag. 457] Alß in a[nn]o 1625 in Julio ich schwach worden, habe ich vnder andern medicis auch den balbirer zue Braubach, welcher ein erfahren vnd geschickter … vnnd mein jntimus, consultirt, welcher zwar mit seinen medicamenten nutzlichen fleiß angewendet vnnd gebraucht, aber wenig beßerung erfolget. Alßdan selbig[e]r einsmals in Augusto, vngefehrlich den 10 oder 11ten h[uius] mensis mich visitiret, hab ich den schultheißen zu mir erfordert beneben meinem socero [Schwiegervater], ihme Balbierern gesellschafft zu leisten. Jnn dem sie aber in dem hoff vor dem pfarrhauß getruncken vnd von einander gescheiden, ist der schultheiß zu mir vff dje oberste stube kommen, angefangen zu weinen, vber mich ins bett gefallen vnd diese wort zu mir gesagt: „Ach, hertzlieber gevatter, gott im himmell muße es erbarmen, daß ich mich vnter die schelmen gemenget habe /: dardurch er Endreß Thielen weib vnnd deren anhang verstanden :/ Mein jung hat gesagt: Emmerich hab der tag einen gesagt, euch sey vergeben, ihr müßtet dießes lägers sterben, ihr that gleich vnd braucht gleich, was ihr wöllet.“ Darauff er auch alßbald mit weinen von mir abgeschieden.
Folgends alß der woledle, veste, großg[ünstig] gepiedente junckher in nechstabgefloßenem 1628 jahr in der letzten wochen Aprilis wegen vorgenommenen plünderung der soldaten vnß etliche tage des dorfs zu eußern, wolmeinend warnen vnnd befehlen laßen, bin ich alß die zeitung kommen, daß die soldaten, so ihr quartir vfm Einrich [?] hatten, fort marschiren sölten, beneben dem schultheißen vf Philippi & Jacobi naher Schweickhaußen gegangen, zu vernommen, ob das volck vff vnd fortgezogen were. Da vnß vnterwegs der pfarrer von Schweickhausen begegnet, anzeigend, das volck were fort, dörfften weiter nicht gehen. Darauff wir auch mit ihme vmbgewendet vnd bej Becheln, da er geprediget, vnsern abscheid von ihme genommen. Jnn dem wir beide aber, der schultheiß vnd ich, vnterwegs allerhand gespräch gehabt, hat er endlich, alß wir nahe zum dorff kommen vnnd von einander gehen wöllen, von sich selbsten angefangen vnd diese wort zu mir gesagt: „Gevatter, jch hette auch lengst gern etwas gesagt, aber ich hab besorget, ihr möget es fur vngut vffnemmen.“ Vnd alß ich angehalten, mir solches zu offenbahren, hat er diese wort gesagt, seine haußfraw hab zu ihme gesagt, alß ihr das Gretgen mit Thielen Endreßen hochzeit gehalten, sey deßen mutter, Endreß Thielen wittibe, zu ihr, des schultheißen frawen, kommen vnd gesagt: „Jch muß gehen vnd etwas holen vnd dem pfaffen einen trunck machen.“ Vff welche wort jch zwar dem schultheißen [pag. 458] damalß wenig geantwortet, gleichwol hernacher tieffer … vnd allerhand trawrige gedancken gehapt, daß gesagtes weib ein solche böse that an mir geubet, welcher jch doch in ihrem wittwenstand, alß ihr letzter ehemann verstorben, alle trew erzeiget vnd erwießen.
3) Alß in Decembri a[nn]o 1625 meine langwirige schwacheit noch nicht allerdings weichen wöllen vnnd jch den herrn pastorn zue P… consultirt, hat er mir vff newjahrstag a[nn]o 1626 durch meinen botten, welchen ich zu ihme abgefertiget, einen tranck geschicket. Alß aber der bott mit dem tranck zu hauß kommen vnd ehe er denselben mir gebracht, in sein hauß gegangen vnd ihn mehrgemelts Thielen weib bemercket, ist sie ihme, dem botten, alß mir den trunck pringen wöllen, durch die gärten nachgeloffen vnd von ihme wißen wöllen, wie es vmb mich stünde, ob ich bald gesund were, was der pastor von meiner schwacheit gesagt vnd was er mir fur einen tranck geschicket hette. Daruf ihr der bott geantwortet, sie hette nicht ferrn zu mir, sölte selber bej mich gehen vnd sehen, wie es vmb mich stünde. Vnd dieweil der bott ihrer nit loß werden können vnd eylends vber etliche zäun steigen mußen, ist sie ihme noch von ferrnen nachgefolget, doch entlich zuruck pleiben mußen, weil sie ihme vber die zäun nicht nachfolgen können.
Alß der bott mir den tranck … vnd ich aus … ein gläßlein wolte einschencken laße zu trincken, ist nunmehr vielgemeltes weibs sohn Emmerich vnngestumen vnd eylends durch den hoff zum pfarrhauß gelauffen. Vnd alß ich ihn durch das fenster gesehen, hab ich geschwind vnd eylends meine tochter aus der stuben ihme entgegen geschickt vnd ihme ansagen laßen, er sölte dißmalß draußen pleiben, könte seiner jtzunder nicht …, weil hiebevor … … jemands aus seinem hause in den 38 wochen, so ich schwach gelegen, mich besuchet. Hat sich aber nit wöllen laßen vffhalten, sondern in die stub bey mich kommen, da ich den krug, darein der tranck gewesen, welchen ich vom pastor bekommen, geschwind wegthun laßen, damit der denselben nicht zu sehen bekäme. Binn seines vnbefugten einlauffens dermaßen zu zorn beweget worden, daß ich inn vorgenommen, ihme ein klein krüglein … … einem köpgen, welches ich … brunnen bey mir … gehapt, vff den kopff zu werffen, aber doch dem zorn widerstanden.
[pag. 459] Dießer Emmerich hat auch nachmalß, alß ich wiederumb angefangen zu gehen, zu Lanstein gesagt, ich mögte … wieder gehen (…)
Daß diesem allso, bekenn ich vnterschriebener mit dießer meiner eigenen hand, welches jch auch vf begehren der angeordneten außschuß, alß Mattheß Schneider vnd Claßen Johannesen ihnen hiemit schrifftlich hab wöllen zustellen. So geschehen, den 24ten Julii a[nn]o 1629.
Anthonius Vietor, pastor zu Frucht m[anu] p[rop]ria.
Alß vor jahren der schmitt zu Frucht gegen abend vor seinem hauß vff den … bey mir oben gemelt, geseßen vnd allerhand gespräch wegen meiner schwacheit mit mir gepflogen, hat er vnder anderen angefangen, es were seine haußfr[au] … … zeit in ihrem kindbett die milch genommen worden, deßwegen er bej den Haber naher Lanstein gegangen, deßen hülf vnd rath zu holen, auch ihnen Habern gebetten, daß er ihme anzeigen wölte, von wem er solches vnglück hette. Welches er ihme zwar anfenglich abgeschlagen, aber hernacher ihme verheißen, er wölte die … …, daß sie ihme vf dem wege, wann er naher hauß ging, begegnen solle. Hab allso, nachdem er von dem warsager gangen, das rohr, welches er … … gehapt, fertig gemacht, in willenß sie zu erschießen. Vnd alß ich letzlichen gefragt, wer dann dieselb gewesen, darauf er gedancken gehapt, er der schmitt mir geantwortet: „Die Druden, Emmerichs wittwe hette es gethan.“ Nach welchem ich von ihm weggegangen.
Vietor, Johann Wilhelm: 1733-1767 Pfarrer in Frücht (Pfarrerliste von H. Gensicke in Frese/Schaback: Frücht, S. 59); + 19.11.1767 Frücht zw. 6 und 7 Uhr abends (bg. 22.11.), 57 Jahre 7 Monate 9 Tage alt; => * April 1710 in ?; Sohn des Johann Peter Vietor, Stadtschultheiß von Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis) (* 14.01.1670 in ?, + 20.01.1754 Idstein (bg. 24.01.)
oo 17.04.1736 Idstein (prokl. 15.04.1736 ein für allemal) mit Cramer, Maria Polyxena Franziska: gt. 09.05.1719 Idstein; + 05.03.1759 morgens gegen 6:00 Frücht „in Kindesnöten“; Eltern: Johann Ludwig Cramer, Pfarrer in Idstein und Rektor des dortigen Gymnasiums (* 15.10.1675 Wiesbaden, + 10.01.1735 Idstein) u. Johannette geb. Braun (https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/bio/register/person/entry/vietor,+maria+polyxena+franziska,+geb.+cramer)
Der Todeseintrag des Vaters lautet: 149) Joh[ann] Wilhelm Vietor, gewesener Pfarrer zu Frücht, starb den 19ten Nov[embris] 1767 abends zwischen 6-7 Uhr, wurden den 22 darauf unter vielen Thränen der hinterlaßenen Kinder beerdigt. Die Leich-Sermon hielte H[err] Pf[arre]r Lanz von Embs sup[er] text[us] [psalmus] 116, v[ersus] 8 & 9. Liegt auf dem Kirchhof nächst der Kirchenthür begraben, aet[atis] 57 Jahr, 7 Mon[at], 9 Tag. R[equiescat] i[n] p[ace]. [Ps 116,8-9: Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen.]
Der Todeseintrag der Mutter lautet: 110) Maria Polyx[ena] Francisca geb[orene] Cramerin, meine im Leben hertz[lich] ge[liebte] Ehegattin, starb den 5 Mertz 1759 in Kindes-Nöthen morgens gegen 6 Uhr, wurde in die Kirche vor die Cantzel unter die vordersten Weibs -Stuhl unter vielen Thränen der Hinterlassenen begraben, aetat[is] 40 Jahr. Text[us] 1 Tim[otheus] 2,15. [1 Tim 2,15: Sie wird aber dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führt.]
Der Traueintrag lautet: Den 17ten April wurde am [Sonntag] Misericordias, als am 15ten April ex dispensatione speciali ein vor allemahl proclamirt und nechstfolgenden Dienstag nachmittags hierauff um 3 Uhr in aedibus sponsae von zeit[lichem] superintend[ens] gener[alis] D. … priesterlich copulirt: Herr Johann Wilhelm Vietor, wohlverdienter Pfarrer zu Frücht im Nassauischen hochfreyherrlich Steinischen Gebiets, des zeit[lichen] Herrn Stadt-Schultheissen Vietors dahier eheleiblicher Sohn, und J[un]gf[e]r Maria Polyxena Francisca, wei[land] Herrn Johann Ludwig Cramers, gewesenen hochwohlverdienten Pfarrers und Rectoris des dahiesigen Gymnasii, wie auch assessoris des hochfürst[lichen] Ober Ambts Consistorial Convents hieselb, hinterlassene eheleibliche J[un]gf[e]r Tochter. (Idstein, Trauungen 1730-1740, Bild 326 auf archion.de)
Der Todeseintrag des Vaters des Bräutigams lautet: Den 24ten Januarij [1754] wurde nachmittags um halb 2 Uhr auff den Kirchhoff vor dem Himmelthor bey öffent[liche]r Begräbnuß begraben: S[alvo] t[itulo] H[err] Johann Peter Vietor, wohlverdienter Stadtschulth[eiß], wie auch StadtCapitain dahier in die 34 Jahr lang; gebohren 1670, den 14ten Jan[uarii] [mit Zusatz von anderer Hand: in …], gestorben 1754, den 20ten Jan[uarii], alt 84 Jahr. [Idstein, Beerdigungsregister 1752-1762, Bild 200 auf archion.de]
Nr. | Vorname (normiert) | * | gt. | konf. | + | bg. | Alter | Stand |
1 | Katharina Philippina | 27.01.1737 | 30.01.1737 | 26.03.1750 | verh. | |||
2 | Eleonora Friderica | 21.11.1738 | 23.11.1738 | |||||
3 | Friedrich Philipp | 12.02.1741 | 05.06.1741 | 0,31 | ||||
4 | Friedrich Philipp | 17.08.1742 | 07.04.1757 | 14.09.1810 | 16.09.1810 | 68,12 | verh. | |
5 | Lucia Dorothea | 26.04.1744 | 30.04.1744 | verh. | ||||
6 | Johann Wilhelm | 06.08.1746 | 10.05.1761 | |||||
7 | Christiana Henrietta Louisa | 29.07.1748 | 01.08.1748 | xx.xx.1762 | 17.09.1808 | 68,12 | verh. | |
8 | Dorothea Maria Elisabeth | 31.03.1751 | 02.04.1751 | 0,75 | ||||
9 | Johann Peter | 26.05.1752 | 16.04.1767 | |||||
10 | Elisabetha Margaretha Dorothea | 20.03.1754 | 31.03.1768 | |||||
11 | Johann Karl Adam | 26.11.1756 | 28.11.1756 | 1831 |
Kind Nr. 1) oo 24.06.1765 Frücht mit Christian Peter Albert, Kantor-Adjunkt zu Nassau
Kind Nr. 3) bg. in der Kirche „gerade vor der Kanzel“
Kind Nr. 4) oo 27.11.1770 Frücht mit Katharina Magdalena Kröck aus Singhofen (VG Bad Ems-Nassau, Rhein-Lahn-Kreis); + Dornholzhausen, der Sterbeeintrag lautet: Herr Friederich Philipp Vietor, Pfarrer dahier, entschlief nach einem Krankenlager von wenigen Tagen an einer Brustkrankheit und Entkräftung den 14ten Sept[embris] morgens zwischen 10 u. 11 Uhr und wurde öffentlich beerdigt den 16ten ej[usdem] oder den XIII. S[onntag] p[ost] Trinit[atis], und wurde alt 69 Jahr, 7 Monat, 2 Tage. [die Altersangabe ist falsch und bezieht sich auf den verst. älteren Bruder gleichen Namens!] Eingetragen durch den zeitigen Pfarrer Thurn zu Schweighausen, welcher ihm auch die Leichenrede hielt über Hebr 13,7: „Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes geprediget haben, schauet auf ihr Ende und folget ihrem Glauben nach.“ (Dornholzhausen Tote 1778-1817, Bild 95 auf archion.de)
Kind Nr. 5) oo 27.11.1770 Frücht mit Philipp Friedrich Rhod, Pfarrer in Singhofen
Kind Nr. 7) + Berghausen; oo mit Christian Friedrich Bickel, Pfarrer zu Kirberg (Bruder des Johann Daniel Carl Bickel, nass.-usingischer Schulreformer, Hofprediger und Superintendent[1])
Kind Nr. 8) 9 Monate alt; bg. neben Kind Nr. 3) vor der Kanzel; nicht im Taufbuch
Kind Nr. 11) zuletzt Pfarrer zu Cubach; Großvater des bekannten Romanisten Carl Adolf Theodor Wilhelm Vietor (* 25.12.1850 Kleeberg, + 22.09.1918 Marburg)
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Daniel_Karl_Bickel
Paten: zu 1) Joh[ann] Peter Vietor, zeitiger Stadtschult[heiß] zu Idstein, und Catharina Elisabetha, dessen ehe[liche] Haußfrau als des Kindes Groß-Eltern, und Maria Philippina Cramerin, des Kindes Mutter älteste Schwester — zu 2) Johannetta Eleonora Trübenbachin geb[orene] Vietorin, des s[alvo] t[itulo] H[errn] Joh[ann] Peter Trubenbachs, dermahligen wohlverordneten Pfarrers zu Schweighausen und Becheln, ehe[liche] Haußfrau als des Kindes Vater Schwester, und dann Augusta Friderica Cramerin, des Kindes Mutter Schwester, ledigen Standes — zu 3) s[alvo] t[itulo] H[err] Friederich Cramer, philos[ophiae] m[agister], rector der Schule und Mittprediger zu Weilburg, als der Mutter älterer H[err] Bruder, und s[alvo] t[itulo] H[err] Philips Nicolaus Wolff, philos[ophiae] et philol[ogiae] m[agister] und collego des paedagogii in Giessen, wie auch Jungfer Johanna Maria Vietorin, des Vaters jüngere Schwester — zu 4) Tauffzeugen war abermal /: weil das vorige Kind dieses Nahmens gestorben :/ der s[alvo] t[itulo] H[err] Johann Friederich Cramer, m[agister] philosophiae, Rector der Schule und Mit-Prediger zu Weilburg, Philipp Lucas Vietor, Chirurgus zu Idstein, des Vaters Bruder, und Frau Magdalena Sophia Juniorin geb[orene] Cramerin, des wey[land] H[errn] Johann Georg Juniors, gewesenen treufleißigen Pfarrers zu Singhoffen, hinterlaßene Wittib — zu 5) Lucia Eleonora, des hocherwürd[igen] H[errn] Conrad Steins, p[ro] t[empore] evange[lisch] luth[erischer] Inspector zu Nassau, Ehelibste; und Maria Dorothea geb[orene] Cramerin, des s[alvo] t[itulo] H[errn] Johann Ernst Eichler, p[ro] t[empore] Pfarrer des Kirchspiels … im Weilburg[ischen], ehe[liche] Haußfrau als des Kindes Mutter Schwester; und H[err] Daniel Ludwig Cramer, p[ro] t[empore] Secretari[us] H[errn] …stadt — zu 6) s[alvo] t[itulo] H[err] Peter Ganz, p[ro] t[empore] Pfarrer zu Seckbach im Hanauischen; und Joh[ann] Friederich Trübenbach, hinterlaßener Sohn des H[errn] Johannes Trübenbach, gewesenen Praeceptoris der … zu Bachheim; … Cornelia Dorothea Winckin, des wey[land] Johannis Francisci Winckens, gewesenen Pfarrers zu Kloppenheim im Wisbadischen hinterlaßene Tochter, welche NB. mit der Mutter Geschwisterkinder u. … hir war — zu 7) Philip Henrich Lantz, p[ro] t[empore] Pfarrer zu Embs; Christiana Augusta, des s[alvo] t[itulo] H[errn] Joh[ann] Friederich Crigers, Mit-Predigers und Rectors zu Weilburg, Frau Eheliebste; und Jungfer Louisa Cramerin, des s[alvo] t[itulo] H[errn] wey[land] Joh[ann] Ludwig Cramers, gewesenen Rectors des Gymnasii und Pfarrer der Stadt Idstein, Tochter, der Mutter jüngere Jungfer Schwester — zu 9) der s[alvo] t[itulo] Joh[ann] Peter Trübenbach, p[ro] t[empore] Pfarrer und Definitor zu Marienfels, und Jungfer Johanna Maria Vietorin, des Vaters Schwester — zu 10) Elisabetha Amalia, des s[alvo] t[itulo] H[errn] Ph[ilipp] Nic[olaus] Wolf…, p[ro] t[empore] P. P. L. L. Orient. in <…> Frau Ehelibste; Magdalena Margretha, des s[alvo] t[itulo] H[errn] Joh[annes] Ohly von Schweighaußen Eheliebste; u. Bernard <…>thea, H[errn] … Ludwig Cramers Fr[au] Eheliebste von <…>den als daselbstigen Geheimbden Registratoris — zu 11) H[err] Joh[ann] Adam Ries, Capitaine-Lieutenant des Land-Bataillons zu Idstein; und Eleonora Wilhelm[ina] Cornelia Ganzin, wey[land] Joh[ann] Petri Ganzen, gewesenen Pfarrers zu Seck<…> hinterlaßene Wittib
Vietor, Friedrich Philipp: 1767-1777 Pfarrer in Frücht, 1778-1810 Pfarrer in Dornholzhausen (Pfarrerliste von H. Gensicke in Frese/Schaback: Frücht, S. 59); * 17.08.1742 Frücht; konf. 07.04.1757; + 14.09.1810 Dornholzhausen an einer Brustkrankheit und Entkräftung (bg. 16.09.); Eltern: Johann Wilhelm Vietor, Pfarrer in Frücht, und Maria Polyxena Franziska geb. Cramer
oo 27.11.1770 Frücht mit Kröck, Katharina Magdalena: * 07.01.1745 Singhofen, gt. als „Magdalena Katharina“ (Singhofen Taufen 1714-1770, S. 158, Bild 83 auf archion.de; Den 7 Jan[uarii] hat unß mir dem zeit[lichen] Pfarrer und meiner Frau Gott ein Töchterlein geschencket, welches von der verwittibten Frau Pfarrerin Juniorin „Magdalena Catharina“ genennet worden.); + 13.01.1811 Dornholzhausen an einer Brustkrankheit (bg. 15.01.) (Dornholzhausen, Tote 1778-1817, Bild 95 auf archion.de); Eltern: Johann Konrad Kröck, 1734-1745 Pfarrer in Singhofen (+ 27.09.1745 Singhofen, (bg. 30.09.), 44 Jahre und einige Tage alt), oo 02.08.1740 Dornholzhausen mit Katharina Eleonora Rhod (* 27.11.1716 Schweighausen, + 07.04.1808 Dornholzhausen, Tochter des Pfarrers Johann Henrich Rhod, Pfarrer ab 1731 in Dornholzhausen, vorher in Schweighausen)
Nr. | Vorname (normiert) | * | gt. | konf. | + | bg. | Alter | Stand |
1 | Philipp Friedrich Wilhelm | 18.02.1772 | 21.02.1772 | 11.06.1786 | 08.01.1822 | 11.01.1822 | 49,92 | |
2 | Johann Christian Henrich | 05.12.1774 | 08.12.1774 | 18.05.1788 | 22.04.1802 | 24.04.1802 | 27,39 | ledig |
3 | Johann Friedrich Ludwig | 09.03.1777 | 26.03.1777 | 01.05.1791 | verh. | |||
4 | Karl Friedrich | 25.10.1779 | 28.10.1779 | 21.04.1793 | ||||
5 | Johann Peter Valentin | 09.03.1782 | 12.03.1782 | 24.04.1796 | ||||
6 | Georg Ludwig Theodor | 14.11.1784 | 16.11.1784 | xx.xx.1800 | 29.05.1860 | 75,59 | ||
7 | Philippina Eleonora Dorothea | 28.08.1788 | 31.08.1788 | 16.05.1802 | verh. | |||
8 | Christiana Henrietta Katharina | 02.06.1791 | 05.06.1791 | 05.05.1805 |
Kind Nr. 1) – 3) * Frücht; Nr. 4) – 8) * Dornholzhausen
Kind Nr. 1) konf. Dornholzhausen; zuletzt Pfarrer in Singhofen; + Dachsenhausen, Bem. im Stebeeintrag: Dieser Pfarrer Vietor war seines Dienstes entlassen und lebte 5 Jahre allhier bey dem zeitlichen Pfarrer Thomae, wo er in dem 50ten Jahre seines Lebens an der Wassersucht verstorben ist. (s. a. OFB Dachsenhausen, Nr. 2647)
Kind Nr. 2) konf. Dornholzhausen; + Dornholzhausen
Kind Nr. 3) konf. Dornholzhausen; herzogl. nass. Landschreiber und nassau-oranischer Rentmeister im Amt Nassau; oo 28.06.1810 Dornholzhausen mit Susanna Magdalena, Tochter des Friedrich Balbier, Prediger und Konsistorialpräsident zu Wöllstein (Lkr. Alzey-Worms)
Kind Nr. 6) zuletzt Pfarrer zu Niedermeilingen
Kind Nr. 7) oo 1825 St. Goar-Biebernheim (s. a. OFB St. Goar, Nr. 1786) mit Johann Wilhelm Otto, Pfarrer zu St. Goar-Biebernheim (* 31.08.1774 St. Goar); Eltern: Johann Christian Otto, Pfarrer zu Biebernheim, und Christiane Elisabeth Regine geb. Holzhausen); oo I. Katharine Wilhelmine Louise Funk aus Egenroth (Heidenrod, Rheingau-Taunus-Kreis) (+ 23.07.1823)
Paten: zu 1) mein Bruder Johann Wilhelm Vietor, Amtsschreiber zu Nassau-Scheuern; und Christian Friedrich Bickel, aks der hochwohlehrwürdige Herr Rector der … Schule zu Hachenburg; wie auch Catharina Philippina, des Herrn Schultheißen Ebenau zu Dausenau Frau Eheliebste — zu 2) der s[alvo] t[itulo] <Herr> Johannes Haupt, Pfarrer zu <…>haußen; Philipp Henrich Kröck, Chirurgus zu Dietz; und Catharina Philippina Albertin zu Naßau, meine älteste Schwester — zu 3) Herr Philipp Friedrich Rohd, Pfarrer zu Singhoffen; Herr Johann Christian Roth, Blau- und Schönfärber und Gasthalter zu L[angen] Schwalbach; und Frau Friederika Louisa, des Herrn Definitoris und Pfarrer zu N[ieder]bacheim Frau Eheliebste — zu 4) mein jüngster Bruder Joh. Carl Adam Vietor, candidatus ministerii, dermahlen Informator zu Derenberg im Halberstädtischen; und Herr Jost Carl Ries, candidatus ministerii, dermahlen Informator zu Franckfurth; wie auch Friederika Sophia, des Herrn Christoph Friedrichs Kneuper, Handelsmann zu Braubach, Frau Eheliebste — zu 5) Johann Peter Vietor, des Vatters Bruder; und Jungfer Sophia Elisabetha Catharina, des Herrn Definitor Wagners zu Niederbacheim jüngste Tochter — zu 6) S[alvo] t[itulo] Herr Georg Ludwig Cramer, Collaborator auf dem Gymnasio zu Idstein; und Eleonora Catharina Kröckin, Wittib, als des Kindes Grosmutter — zu 7) Philippina Cath. Ebenauin, des wey[land] Joh. Henrich Ebenau, Schultheis zu Dausenau, nachgelassene Wittib — zu 8) Herr Christian Henrich Rhod, dermalen Studiosus zu Idstein, des s[alvo] t[itulo] Herrn Pfr[arre]r Rhod zu Singhoffen Sohn; und Frau Henrietta, des s[alvo] t[itulo] Herrn Pfarrer Rhod zu Cramberg Frau Eheliebste; wie auch Anna Catharina, des Joh. Friedrich Alberti, Schulmeisters dahier, Ehefrau
Letztes Update: 8. Mai 2024
Ralph Jackmuth